Am sogenannten Mittelganghaus in der Karl-Liebknecht-Straße 60 befand sich ein Ostarbeiterlager, in dem überwiegend Ukrainer lebten.[1] Der Name des Lagers „Ostmark“ leitet sich aus seiner Geschichte her. Der gleichnamige Flugzeughersteller hatte das Lager aufgebaut, um seine Mitarbeiter auf den Lizenzbau von Dailmer-Benz-Motoren umzuschulen. Daimler-Benz übernahm das Lager, das aus 21 Wohn-, zwei Wirtschafts-, einer Magazinbaracke sowie einer Verwaltungs-, einer Revier, einer Dusch- und einer Entlausungsbaracke bestand.[2] Im Mai 1943 waren dort 1507 „Ostarbeiter“ und 860 „Ostarbeiterinnen“ im Lager untergebracht.
Laut Bauplänen grenzte es an ein Zwangsarbeiterlager für Franzosen. Der Umriss im Luftbild umfasst beide Lager, weil wir sie noch nicht genau genug abgrenzen können.
[1] Bauer, Helmuth (Hg.), Innere Bilder wird man nicht los die Frauen im KZ-Außenlager Daimler-Benz Genshagen, Berlin 2011, S. 585.
[2] Hopmann, Barbara/Mark Spoerer/Birgit Weitz/Beate Brüninghaus, Zwangsarbeit bei Daimler-Benz, Stuttgart 1994, S. 225.

