Kriegsende und Befreiung

Kriegsende und Befreiung erlebten die Zwangsarbeiter:innen sehr unterschiedlich. Die KZ-Häftlinge wurden noch im April 1945, also in den letzten Kriegstagen, auf die sogenannten Todesmärsche geschickt.[1] Insbesondere für die ausländischen Häftlinge stand oftmals eine langwierige Odyssee bevor, bis sie wieder in ihren Heimatorten ankamen. Insbesondere die weibliche Häftlinge waren dabei auch sexueller Gewalt ausgesetzt.[2]

Zwangsarbeiter:innen, die sich noch in Ludwigsfelde oder Lagern wie in Trebbin befanden, wurden von der Roten Armee befreit.[3] Gleiches galt für Zwangsarbeiter:innen im östlich gelegenen Verlagerungsbetrieb „Schachtelhalm I“. Einschränkend muss gesagt werden, dass Befreiung ein relativer Begriff ist. Einige der französischen und niederländischen Zwangsarbeiter:innen, die sich im Verlagerungswerk „Schachtelhalm“ hinter die sowjetischen Linien flüchteten, wurden in Viehwaggons zunächst nach Moskau verbracht. Bei knapper Versorgung mussten sie auf Zwischenstationen Zwangsarbeit für die Rote Armee verrichten. Sie kamen erst im August 1945 in ihrer Heimat an.[4]


[1] Stephan Jegielka, Das KZ-Außenlager Genshagen : Struktur und Wahrnehmung der Zwangsarbeit in einem Rüstungsbetrieb 1944/45, Marburg 2005, S. 99.

[2] Helmuth Bauer (Hrsg.), Innere Bilder wird man nicht los : die Frauen im KZ-Außenlager Daimler-Benz Genshagen, Berlin 2011, S. 174.

[3] Martina Dietrich, Zwangsarbeit in Genshagen : dokumentierte Erinnerungen Betroffener, Potsdam 1996, S. 20.

[4] Barbara Hopmann (Hrsg.), Zwangsarbeit bei Daimler-Benz, Stuttgart 2017, S. 451.