Die Beschäftigung von ausländischen Arbeitskräften und Zwangsarbeiter:innen bei der Daimler Benz Motoren GmbH Genshagen lässt sich in verschiedene Phasen unterteilen.
- 1938/1939: Expansion und Etablierung von Ausländerbeschäftigung
- 1939—1941: Etablierung unfreier Arbeit und Ausbeutung von Kriegsgefangenen
- 1942/43 – Umstellung der Kriegswirtschaft und Massenverschleppung von „Ostarbeitern“ und anderen Gruppen
- 1943-45: Totaler Krieg und totale Ausbeutung
1938/39: Expansion und Etablierung von Ausländer:innenbeschäftigung
Mit der Annexion Österreichs im März 1938 und der Zerschlagung der Tschechoslowakei und der gewaltsamen Aneignung des Sudetenlandes im Herbst desselben Jahres begann Daimler Benz umgehend mit der Anwerbung ausländischer Arbeitskräfte sowohl in Österreich als auch in den Industriezentren im Sudetenland.[1]
Hintergrund war zu diesem Zeitpunkt bereits die Ausweitung der Produktion, die durch die laufenden Kriegsvorbereitungen bedingt waren.[2] Die Betriebsleitung von Daimler Benz musste allerdings die Erfahrung machen, dass die Facharbeiter[3] aus der Großstadt Wien bereits im Frühjahr 1939 überwiegend in ihre Heimat zurückgekehrt waren.[4]
Ein systematischer und langfristiger Plan zur Zwangsarbeiter:innenbeschäftigung ist zu diesem Zeitpunkt nicht nachweisbar und auch unwahrscheinlich.[5] Nichtsdestoweniger wurden bereits hier Erfahrungen mit der Rekrutierung in annektierten Gebieten und der Nutzung von Anwerbeabkommen gesammelt.
1939—1941: Normalisierung unfreier Arbeit und Ausbeutung von Kriegsgefangenen
Nach dem Überfall auf Polen erwog der Geschäftsführer des Genshagener Werkes, K.C. Müller, den Einsatz polnischer Facharbeiter:innen. Quellen darüber, ob dies bereits in diesem Zeitraum realisiert wurde, liegen nicht vor.[6]
Belegt ist hingegen, dass mit der Kapitulation Frankreichs, der Niederlande und Belgiens der Einsatz von Kriegsgefangenen in Genshagen begann. Bereits im September 1941 waren 359 französische Kriegsgefangene und gut 2.000 ausländische Zivilarbeiter:innen bei Daimler Benz in Ludwigsfelde beschäftigt. [7] Die Zivilarbeiter:innen wurden mit falschen Versprechungen gelockt oder in den besetzten Ländern mit dem Entzug von Arbeitslosenunterstützung oder Lebensmittelkarten unter Druck gesetzt, wenn sie nicht gleich, wie teilweise in Frankreich geschehen, von der Straße weg deportiert wurden.[8]
Auch aus den mit Deutschland verbündeten Staaten Italien, Bulgarien und Ungarn wurden Arbeiter:innen angeworben. So wurden z.B. 2000 Ungar:innen in der Barackenstadt Trebbin untergebracht. Diese sollten später nach Ungarn zurückkehren, um bei der ungarischen Firma Manfred Weiss Daimler-Benz-Motoren in Lizenzfertigung zu produzieren.[9] Die Anwerbung italienischer Facharbeiter:innen blieb hinter den Erwartungen der Betriebsleitung zurück. Es kamen nicht annähernd so viele Arbeitskräfte wie erhofft.[10] Auch wenn diese Arbeiter:innen, anders als die aus den von Deutschland besetzten Gebieten, zunächst freiwillig nach Deutschland gekommen waren, unterlagen sie bei Konflikten am Arbeitsort dem NS-Repressionssystem. So wurden nachweislich einige Italiener, die als Rädelsführer von Unruhen wegen der schlechten Verpflegung ausgemacht wurden, an die Gestapo in Potsdam überstellt.[11]
1942/43 – Umstellung der Kriegswirtschaft und Massenverschleppung von „Ostarbeitern“ und anderen Gruppen
Das Scheitern der Blitzkriegsstrategie beim Überfall auf die Sowjetunion Ende 1941 stellte für Wirtschaft des NS-Staats im Allgemeinen und die Rüstungswirtschaft im Besonderen eine Zäsur dar. Die Produktion musste grundlegend auf eine Kriegswirtschaft umgestellt werden. Die bedeute einerseits die erhebliche Steigerung der Herstellung von Rüstungsgütern und die Einrichtung von weiteren Reparaturbetrieben. Zum anderen mussten in Ludwigsfelde die zahlreichen Arbeiter, die zum Fronteinsatz eingezogen wurden, ersetzt werden. Allein in der ersten Jahreshälfte 1942 waren dies 539 Personen – ungefähr acht Prozent der männlichen Belegschaft.[12]
Ausweitung der europaweiten Anwerbung
Die Daimler Benz Motoren GmbHG reagierte darauf mit der Ausweitung der Anwerbung von Arbeitskräften in Belgien, Frankreich, Ungarn, Jugoslawien, Österreich und den Niederlanden. Die Geschäftsleitung setzte zum Beispiel große Hoffnungen in die Anwerbung von Facharbeiter:innen bei französischen Rüstungsunternehmen Renault, Hispano-Suiza, Latécoère, Dewoitine und Hispano-Suiza.[13] Eigentlich war die direkte Anwerbung von Arbeitskräften durch Unternehmen seit 1940 untersagt. Die Rekrutierung musste zuvor genehmigt werden. Firmen wie Daimler Benz umgingen dieses Verbot allerdings, indem sie z.B. ihre Kontakte in die französische Fahrzeugindustrie nutzten.[14] Ein anderer Weg war die Ausnutzung des Umstandes, dass Daimler Benz in den besetzen Gebieten Werke übernahm. Das war zum Beispiel bei dem Hersteller Hispano-Suiza der Fall, dessen großes Flugzeugwerk in Bois-Colombes bei Paris von Daimler Benz übernommen wurde.[15] Ein großer Anteil der Zwangsarbeiter:innen in Genshagen stammte von dort. Auch sie berichten, dass sie mit falschen Versprechungen gelockt und aufs schwerste enttäuscht wurden.[16]
Beginn des massenhaften „Ostarbeiter“einsatzes
Immer mehr Arbeitskräfte fehlten, weil die Männer zum Kriegsdienst eingezogen wurden. Nun wurden massenhaft Arbeitskräfte aus der Sowjetunion verschleppt, insbesondere aus der Ukraine und Belarus. Auch Kriegsgefangene wurden entgegen früherer Bedenken eingesetzt.[17] Die Verschleierung des Zwangscharakters durch „die Fiktion eines ganz normalen Arbeitsverhältnisses“[18] wurde auf dem Gebiet der Sowjetunion nicht einmal mehr versucht. Im Gegenteil: „Nicht allein die Annahme, dass die Werbung Freiwilliger in der Sowjetunion keine Erfolg haben würde, ließ die deutschen Behörden von Anfang an den Einsatz von Zwang bevorzugen; eine mögliche Weigerung sowjetischer Arbeitskräfte, nach Deutschland zu gehen, wurde geradezu als Affront angesehen, eine Werbekampagne, in der das Deutsche Reich die sowjetische Bevölkerung bitten musste, nach Deutschland zu kommen, als für die Deutschen entwürdigend und den Russen gewissermaßen nicht zustehend betrachtet.“[19]
Der Einsatz als sogenannte „Ostarbeiter“[20] erfolgte gemäß diverser Erlasse und Verordnungen sowie zahlreicher Rundschreiben unterschiedlicher Ministerien.[21] „Ostarbeiter“ mussten wenn irgend möglich in bewachten Sammellagern untergebracht werden. Ihr Kontakt mit Deutschen und anderen Ausländer:innen sollte maximal beschränkt werden. Sexuelle Beziehungen wurden bestraft.
Wie auch polnische Zwangsarbeiter:innen mussten sogenannte „Ostarbeiter“ Markierungen an der Kleidung tragen, die ihren Status auswiesen. Es handelte sich dabei um ein quadratisches Stoffstück mit der Aufschrift „OST“. Wachpersonal war die körperliche Züchtigung erlaubt.[22]
Diese Bedingungen wurden auch in Ludwigsfelde erbarmungslos umgesetzt. Im Frühjahr 1942 wurden Daimler Benz in Genshagen 2.500 sogenannte „Ostarbeiter“ zugewiesen, darunter 650 Frauen.[23] Nach und nach wurden die Lager Ostwache, Teile des Bahnhofslagers und Teile des Lagers Ostmark mit „Ostarbeiter“ belegt, die zu dieser Zeit die größte Gruppe ausländischer Arbeitskräfte darstellten.[24] Das Lager Ostmark war 1943 bereits mit 2.300 weiblichen „Ostarbeiter“ belegt.[25] Zu diesem Zeitpunkt existierten vier große Barackenlager, 21 Saallager dazu ein Frauenwohnheim und ein Frauenbarackenlager.[26]
Verschleppung Italienischer Militärinternierter (IMI)
Mit dem Waffenstillstandsabkommen Italiens mit den Alliierten 1943 wurde eine weitere Personengruppe zur Zwangsarbeit nach Ludwigsfelde verschleppt. Das nationalsozialistische Deutschland behandelte Italien nach dem Waffenstillstand als Feind. Die in Italien stationierten deutschen Truppen entwaffneten innerhalb kürzester Zeit das italienische Militär. Hunderttausende italienische Soldaten wurden als sogenannte Italienische Militärinternierte (IMI) nach Deutschland deportiert.
Mitte Oktober kamen die ersten IMI in Ludwigsfelde an. Ihre Zahl wuchs mit der Zeit auf ca. 1.200 Personen an, die im Zweiglager 483 C des Kriegsgefangenlagers II A in Luckenwalde untergebracht wurden.[27] Zuvor waren in den Baracken französische Kriegsgefangene untergebracht, die in andere Lager verlegt wurden.[28]
Attilio Iori, der aus Luckenwalde nach einer Zwischenstation in Berlin-Lichterfelde nach Ludwigsfelde verschleppt wurde, schilderte die Ankunft so:
„Auf einmal passiert die Wagenkolonne einen Bahnübergang, dann erscheint sofort rechts eine lange Reihe von Baracken […] kurz darauf hält der Wagen vor einem großen Tor, das dicht mit Stacheldraht bezogen ist. Eine Wache mit Helm und Gewehr macht sich daran, es zu öffnen. Die Fahrzeuge fahren hinein, sofort sind wir umstellt von deutschen Soldaten, jeder von ihnen mit einem langen Stock in der Hand. Mit ihrem Gebrüll ‚Raus!‘ und ‚Lauf!‘ scheuchen sie uns von den Lastwagen. Die Baracken scheinen alle unbewohnt zu sein, man sieht keine Menschenseele draußen. Es wirkt alles verlassen, wohin man schaut, regiert der Trübsinn.“[29]
1943-45: Totaler Krieg und totale Ausbeutung
Bereits 1943 wurde von Daimler Benz in Ludwigsfelde und von anderen Rüstungsfirmen in der Region der massenhafte Zwangsarbeitseinsatz durch KZ-Häftlinge angedacht. Bei einem Treffen der Sonderausschussleiter für die in Brandenburg vertretene Rüstungsproduktion im März 1943 in Potsdam diskutierten unter anderem der Werksführer von Daimler Benz, Karl C. Müller, und Vertreter von Opel aus Brandenburg a.d. Havel und dem Munitionshersteller Bergmann & Co. KG aus Berlin. Das Protokoll fasst zusammen:
„Bei der Verengung des Arbeitsmarktes an deutschen und ausländischen Arbeitskräften wird auf die bisher völlig ungenügende Ausschöpfung der Arbeitskraft von vielen tausend KZ-Häftlingen hingewiesen, mit denen Heinkel, Oranienburg, die allerbesten Erfahrungen gemacht hat.“[30]
„(Das) Rüstungskommando (in Potsdam) wird gebeten, sich nachdrücklich bei der Inspektion (der Konzentrationslager) für den Einsatz der männlichen und weiblichen KZ-Häftlinge zu verwenden. Der Reichsführer SS dürfte seine Bereitwilligkeit schon aus dem Grunde erklären, weil ihm die Überwachungsmaßnahmen durch ständigen Abzug von Mannschaften hierfür erhebliche Schwierigkeiten bereiten, während die Betriebe diese Aufgabe auch bei den weiblichen Häftlingen leichter lösen können. Im Lager Ravensbrück bei Fürstenberg in Mecklenburg sollen allein rund 10.000 Menschen greifbar sein.“[31]
Hintergrund der Überlegungen war, dass bereits nach dem weiter oben erwähnten Scheitern der Blitzkriegsstrategie und der darauffolgenden Umstellung der Kriegswirtschaft auch die Mobilisierung von KZ-Häftlingen für die Rüstungsindustrie erfolgt war. Das System der Zwangsarbeit in den Konzentrationslagern wurde hierfür vollständig reorganisiert.
Die Konzentrationslager wurden dem Wirtschaftsverwaltungshauptamt (WVHA) der SS unterstellt und die Zuständigkeit für Zwangsarbeit dort sowie bei der Inspektion der Konzentrationslager in Oranienburg zentralisiert.[32] Bereits im September 1942 stimmte die SS-Führung der umfangreichen Verlegung von KZ-Häftlingen in Rüstungsbetriebe zu. In Oranienburg, beim Konzentrationslager Sachsenhausen, war dieser Einsatz schon zuvor erprobt worden.[33] Dieser Schritt markierte den Aufbau eines gigantischen Netzwerks von Außenlagern, das alsbald sowohl das Deutsche Reich als auch die besetzten Gebiete überzog.
In Brandenburg sieht man diese Entwicklung auch. Von den 96 Außenlagern und Außenkommandos, die 1938-45 nachgewiesen sind, wurden gut die Hälfte in der zweiten Jahreshälfte 1944 errichtet.[34] Wirtschaftsbetriebe, die wie Daimler Benz gute Beziehungen zum WVHA hatten, profitierten hiervon.
Der hohe Anteil von KZ-Häftlingen an der Gesamtbelegschaft erklärt sich daraus.[35] Bereits 1944 war jede:r fünfte Arbeiter:in in Genshagen ein:e KZ-Gefangene:r, 1945 sogar fast jede:r Dritte. Schließlich wurde sogar die gesamte Montage von KZ-Zwangsarbeiter:innen erledigt.[36] Für Daimler Benz war dies ein lohnendes Geschäft. Die Gebühren, die für die Häftlinge pro Kopf an die SS gezahlt wurden, lagen noch unter den Arbeitskosten für „Ostarbeiter“.
Verlagerungsbetriebe Obrigheim und Schachtelhalm I
Der massenhafte Einsatz von KZ-Häftlingen insbesondere in der Montage war auch ein Resultat der Untertageverlagerung wichtiger Rüstungsbetriebe. Diese war mit der Intensivierung alliierter Luftangriffe ab Ende 1943 geplant worden. Auch Teile des Genshagener Flugzeugmotorenwerk sollten verlegt werden. Zwar sollte die Endmontage am Ort verbleiben, andere Produktionsschritte jedoch ausgelagert werden. Ein Teil der Produktion – unter anderem die Härterei sowie die Herstellung der Turbolader wurde unter dem Codenamen „Schachtelhalm 1″ in eine Bunkeranlage bei Hochwalde 60 km östlich von Frankfurt/Oder gebracht.[37]
Ein weiteres Verlagerungswerk war die Gipsgrube „Friede“ bei Obrigheim in Württemberg mit dem Tarnnamen „Goldfisch“.
Die Lebensbedingungen in beiden Verlagerungswerken waren hart. In „Schachtelhalm I“ machten die giftigen Dämpfe der Härterei den Arbeitenden zu schaffen.[38] Die Arbeit erfolgte in schmalen Gängen und bei großer Kälte. Die Versorgungslage war katastrophal und auf Grund der Kälte brach um Weihnachten 1944 auch noch die Wasserversorgung zusammen.[39]
Die Stollen in Obrigheim, beim Verlagerungswerk „Goldfisch“ wurden von Konzentrationslagerhäftlingen insbesondere aus Dachau ausgebaut. Auch hier waren die Lebensverhältnisse waren katastrophal. Schlammbrüche in den Stollen forderten zahlreiche Todesopfer. Die Arbeitsbedingungen waren extrem hart. Die Schichten dauerten zwölf Stunden an sechs Tagen der Woche. Verlängert wurden sie durch tägliche Fahrzeiten von insgesamt 3 Stunden.[40] Von den fast 1.000 KZ-Häftlingen waren im März nur noch ca. 200 Häftlinge überhaupt arbeitsfähig.[41]
Nach Obrigheim und Hochwalde wurden neben deutschen Arbeitskräften auch Zwangsarbeiter verlegt. Die Verlagerungspläne sahen vor, dass gesamte Abteilungen mit samt den von ihnen bedienten Maschinen verlegt werden sollten.[42]
Die Frauen von Genshagen
Der massenhafte Einsatz weiblicher KZ-Häftlinge in Genshagen als Ersatz für die in Verlagerungsbetriebe verlegten Belegschaften begann im Oktober 1944. Verwaltungsmäßig unterstand das Außenlager dem Konzentrationslager Sachsenhausen. Die Frauen wurden aus dem Frauenkonzentrationslager Ravensbrück bei Fürstenberg mit Lastkraftwagen und in Güterzügen in mehreren „Transporten“ nach Ludwigsfelde gebracht. Insgesamt arbeiteten ca. 1.000 bis 1.100 weibliche KZ-Häftlinge in Ludwigsfelde.[43]
Zunächst waren alle Frauen in einem Teil des sogenannten Bahnhofslagers untergebracht. Ab November 1944 wurden zunächst ca. 500 Frauen in den Keller der Halle 24 verlegt.[44] Ab Dezember desselben Jahres wurden schließlich alle Frauen auf das Betriebsgelände von Daimler Benz verlegt.
Bärbel Schindler-Saefkow und Monika Schnell haben für das Gedenkbuch Opfer von Ravensbrück[45] eine Liste von Frauen erstellt, die nach Genshagen deportiert wurden. Helmuth Bauer hat diese weiter ergänzt, so dass die Namen und größtenteils auch die Nationalität und das Alter von über 900 Frauen bekannt sind.[46]
Mehr als 60 Prozent der Frauen, deren Nationalität bekannt ist, kamen aus Polen. Es handelte sich vielfach um Frauen und Mädchen, die während des Warschauer Aufstands festgenommen wurden. Weitere zehn Prozent kamen aus Frankreich, etwas mehr als 8 Prozent waren Deutsche. Jeweils knapp unter fünf Prozent der Frauen kamen aus Russland und aus der Ukraine.
Wichtig ist, dass die Liste unvollständig ist. So wissen wir aus Überlebendenberichten, dass es ungefähr 60 ungarische Jüdinnen im Außenlager gab, die nach der Besetzung des vormals mit Deutschland verbündeten Ungarn deportiert wurden. Auf den Listen finden sich aber insgesamt nur 7 Ungarinnen.
Diese Einschränkung gilt grundsätzlich auch für die Altersverteilung. Auch hier hat eben nur der bekannte Teil der Häftlingsgesellschaft Eingang in die Auswertung gefunden. Dennoch können diese Zahlen Anhaltspunkte für die ungefähre Altersstruktur im Lager geben. Grundsätzlich fällt auf, dass die Frauen sehr jung waren. Die jüngsten waren gerade 15 Jahre alt. Die Hälfte der Frauen war jünger als 27, und 75 Prozent von ihnen waren jünger als 38. Die deutschen Frauen waren noch jünger. Hier war jede zweite Frau jünger als 24, und 75 Prozent der Frauen waren jünger als 29 Jahre.
[1] Barbara Hopmann (Hrsg.), Zwangsarbeit bei Daimler-Benz, Stuttgart 2017, S. 213.
[2] Ebenda.
[3] Es handelte sich wohl nahezu ausschließlich um Männer.
[4] Hopmann (Hrsg.), Zwangsarbeit bei Daimler-Benz, S. 213.
[5] Ebenda, S. 37.
[6] Ebenda, S. 213.
[7] Ebenda, S. 212.
[8] Ebenda, S. 40.
[9] Stephanie Habet-Allhorn, Genshagen : ein Flugmotorenwerk bei Berlin 1990, S. 79, Hopmann (Hrsg.), Zwangsarbeit bei Daimler-Benz, S. 214.
[10] Neil Gregor, Stern und Hakenkreuz. Daimler-Benz im Dritten Reich, Berlin 1997, S. 268.
[11] Hopmann (Hrsg.), Zwangsarbeit bei Daimler-Benz, 213 f.
[12] Gregor, Stern und Hakenkreuz, S. 180.
[13] Hopmann (Hrsg.), Zwangsarbeit bei Daimler-Benz, S. 215.
[14] Gregor, Stern und Hakenkreuz, S. 269.
[15] Hopmann (Hrsg.), Zwangsarbeit bei Daimler-Benz, S. 215.
[16] Ebenda.
[17] Ebenda, S. 347.
[18] Mark Spoerer, Zwangsarbeit unter dem Hakenkreuz. Ausländische Zivilarbeiter, Kriegsgefangene und Häftlinge im Deutschen Reich und im besetzten Europa 1939 – 1945, Stuttgart, München 2001, S. 95.
[19] Ulrich Herbert, Fremdarbeiter. Politik und Praxis des „Ausländer-Einsatzes“ in der Kriegswirtschaft des Dritten Reiches, Bonn 1999, S. 182–183.
[20] Da es sich bei dem Begriff „Ostarbeiter“ um einen nationalsozialistischen (Un-)Rechtsbegriff handelt, wird dieser im Text nur in Anführungszeichen verwendet und nicht gegendert.
[21] Vgl. z.B. Verordnung über die Einsatzbedingungen der Ostarbeiter, in: Reichsgesetzblatt Teil 1., Bd. 1942 1942, S. 419–424 oder Einsatz von Arbeitskräften aus dem Osten. Runderlass des Reichsführer SS und Chef der Deutschen Polizei im Reichsministerium des Innern vom 20. 2. 1942.
[22] Spoerer, Zwangsarbeit unter dem Hakenkreuz, S. 94–95.
[23] Hopmann (Hrsg.), Zwangsarbeit bei Daimler-Benz, S. 215.
[24] Ebenda.
[25] Matthias Woeller, Das Flugmotorenwerk Genshagen, in: Heimatjahrbuch des Landkreises Teltow-Fläming 1999, S. 110–115, hier S. 114.
[26] Ebenda, S. 113.
[27] Alessia Iori/Dorothee Roos (Hrsg.), 598 GiorniTage. Il diario di Attilio Iori Internato militare italiano in Genshagen e Obrigheim/Neckar – Das Tagebuch von Attilio Iori Italienischer Militärinternierter in Genshagen und Obrigheim/Neckar, S. 18.
[28] Ebenda, 63, Fußnote 20.
[29] Ebenda, S. 63.
[30] Dietrich Eichholtz, Probleme und Praxis der Zwangsarbeit in der deutschen Kriegswirtschaft, in: Mario Glauert/Michael Wildt/Winfried Meyer (Hrsg.), Zwangsarbeit während der NS-Zeit in Berlin und Brandenburg 2001, S. 3–22, hier S. 19.
[31] Ebenda.
[32] Hermann Kaienburg, KZ-Häftlingsarbeit im Spannungsfeld von Repression und Wirtschaftsinteresse, in: Mario Glauert/Michael Wildt/Winfried Meyer (Hrsg.), Zwangsarbeit während der NS-Zeit in Berlin und Brandenburg 2001, S. 23–46, hier S. 28.
[33] Ebenda, S. 29–30.
[34] Stephan Jegielka, Das KZ-Außenlager Genshagen : Struktur und Wahrnehmung der Zwangsarbeit in einem Rüstungsbetrieb 1944/45, Marburg 2005, S. 36.
[35] Herbert, Fremdarbeiter, S. 420.
[36] Hans Pohl/Stephanie Habeth-Allhorn/Beate Brüninghaus, Die Daimler-Benz AG in den Jahren 1933 bis 1945 : Eine Dokumentation 2017, S. 81.
[37] Dietrich Eichholtz, Geschichte der deutschen Kriegswirtschaft 1939-1945, Berlin/Boston 2003, S. 273; Habet-Allhorn, Genshagen : ein Flugmotorenwerk bei Berlin, S. 91.
[38] Habet-Allhorn, Genshagen : ein Flugmotorenwerk bei Berlin, S. 91.
[39] Hopmann (Hrsg.), Zwangsarbeit bei Daimler-Benz, S. 211.
[40] Barbara Hopmann/Mark Spoerer/Birgit Weitz/Beate Brüninghaus (Hrsg.), Zwangsarbeit bei Daimler-Benz, Stuttgart 1994, S. 239.
[41] Pohl/Habeth-Allhorn/Brüninghaus, Die Daimler-Benz AG in den Jahren 1933 bis 1945 : Eine Dokumentation, 82, 163-164; Hopmann (Hrsg.), Zwangsarbeit bei Daimler-Benz, 65, 80, 237.
[42] Eichholtz, Geschichte der deutschen Kriegswirtschaft 1939-1945, S. 293.
[43] Hopmann (Hrsg.), Zwangsarbeit bei Daimler-Benz, S. 385.;
[44] Jegielka, Das KZ-Außenlager Genshagen : Struktur und Wahrnehmung der Zwangsarbeit in einem Rüstungsbetrieb 1944/45, S. 36.
[45] Bärbel Schindler-Saefkow (Hrsg.), Gedenkbuch für die Opfer des Konzentrationslagers Ravensbrück 1939 – 1945, Berlin 2005.
[46] Die Liste findet sich in: Helmuth Bauer (Hrsg.), Innere Bilder wird man nicht los : die Frauen im KZ-Außenlager Daimler-Benz Genshagen, Berlin 2011, 658 ff. sowie im Netz hier.
