Waldfriedhof

Waldfriedhof

Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter wurden auf verschiedenen kommunalen Friedhöfen in der Region bestattet. So wurden sowjetische Kriegsgefangene und zivile Zwangsarbeiterinnen auf dem Friedhof Großbeeren bestattet.[1] Darüber hinaus gab es spezielle Friedhöfe wie z.B. den Friedhof für verstorbene Kriegsgefangene des Stalag III A in Luckenwalde. Ein Teil der Kriegsgefangene aus diesem Lager mussten auch Zwangsarbeit bei Daimler Benz leisten. In Ludwigsfelde wurde zusätzlich zum bestehenden kommunalen Friedhof im Sommer 1942 ein Friedhof von der deutschen Wehrmacht angelegt. Dieser diente der Bestattung von sowjetischen Kriegsgefangenen und Zivilarbeitern. Ab November 1942 wurden in der Anlage die verstorbenen Ostarbeiter der Daimler-Benz Motoren GmbH Genshagen beerdigt.[2]

Ab 1943 wurden auch Verstorbene aus anderen Nationen (Franzosen, Holländer, Belgier, Italiener und Tschechen) beigesetzt und ab 1944 auch die Häftlinge des KL Ravensbrück, die zum Arbeitseinsatz in den Daimler-Benz Motoren GmbH eingesetzt waren.[3]

1950 beantragte die Gemeinde Ludwigsfelde die Auflösung des Friedhofes aufgrund der Pflegeintensität bei dem ehemaligen Sonderbaubüro des Kreises Teltow. Daraufhin wurden Gebeine auf den kommunalen Friedhof umgebettet. Die Quellenlage und Gebeinfunde aus jüngerer Zeit deuten allerdings darauf hin, dass auf dem Gelände noch immer Menschen begraben sind.[4]

Die Presse berichtete in den vergangenen Jahren immer wieder über das Thema. .(Tagesspiegel vom 03.09.2025, MAZ vom 31.07.2025; MAZ vom 07.05.2015 (nicht online verfügbar).

Der brachte am 03.01.2026 einen Beitrag, in dem der Forensiker Andreas Heinze seine Forschungen zum Waldfriedhof erläutert. Der Beitrag kann hier angesehen werden.

Der Arbeitskreis Zwangsarbeit fordert die Einrichtung einer würdigen Gedenkstätte.


[1] Andreas Heinze, Situationsbericht ehemaliger „Russenfriedhof“ an der Autobahn. (Unveröffentlicht), S. 1.

[2] Ebd.

[3] Ebd.

[4] Ebd.