Jetzt handeln!
Heute ist die Geschichte der NS-Zwangsarbeit in Ludwigsfelde nahezu unsichtbar. Die Überlebenden sind mittlerweile verstorben. Kein Denkmal und kein Erinnerungszeichen weist im öffentlichen Straßenland die Orte früherer Zwangsarbeit aus. Einem der wenigen authentischen Orte, die Zeugnis abgeben, droht die Überbauung im Zuge der Entwicklung eines Gewerbegebietes.
Als prägend für die Stadtgeschichte wird in der Regel das 1952 gegründete spätere IFA-Automobilwerk gesehen. Die 2016 vereinbarte Geschichtspartnerschaft mit Obrigheim, in das ab 1944 der Teile der Produktion aus Ludwigsfelde verlagert und Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter verbracht wurden, wurde bisher noch nicht umgesetzt.
Die Zeit läuft
Bei der Bundestagswahl 2024 ist auch in Ludwigsfelde eine Partei nach Stimmen stärkste Kraft geworden, die den Nationalsozialismus als „Vogelschiss“ bezeichnet und die Erinnerung an die NS-Verbrechen verhindern möchte.
Das Erinnern an die Tausenden, die in Ludwigsfelde lebten und Zwangsarbeit leisten mussten, muss jetzt endlich beginnen. Nach der nächsten brandenburgischen Kommunal- und der nächsten Landtagswahl kann es dafür zu spät sein.
Bisher gibt es kein Gedenkkonzept für das Erinnern an die NS-Zwangsarbeit in Ludwigsfelde. Auch wenn es Bemühungen seitens der Stadtverwaltung gibt, dies zu ändern. (Erste Überlegungen dazu haben wir hier formuliert.)
Damit das nicht so bleibt, bist Du gefordert.
Das kannst Du tun:
- Nimm Kontakt mit uns auf, wenn Du Dich engagieren möchtest. So behalten wir den Überblick und können Tipps und Hinweise geben, was schon läuft. Nutze dafür unser Kontaktformular.
- Sprich oder schreibe Deine:n Stadtverordneten an und frage konkret, wie er oder sie sich für ein angemessenes Gedenken an die NS-Zwangsarbeit und die Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter in Ludwigsfelde einsetzen will.
- Nutze die Bürgerfragestunde bei der monatlichen Stadtverordnetenversammlung um auf dem Laufenden zu bleiben.
- Frage Deinen Landtags- und Bundestagsabgeordneten, was er für das Zwangsarbeitsgedenken in Ludwigsfelde tun möchte.
- Organisiere einen Projekttag an Deiner Schule oder Berufsschule. Wir helfen Dir bei der Suche nach Referentinnen und Referenten und unterstützen Dich bei der Recherche von Quellen und Literatur.
- Schreibe einen Artikel für Deine Schülerzeitung. Wir können Dir Literaturtipps geben.
- Nutze Anlässe für einen Leserbrief an die Lokalzeitung. Das zeigt, das Interesse am Thema und betont die Relevanz.
- Bleib auf dem Laufenden: Wir verschicken in unregelmäßigen Abständen einen Newsletter, wenn wir eigene Veranstaltungen planen oder wenn es Neues rund um das Zwangsarbeitsgedenken gibt.
- Wir sind ein kleiner Kreis von Ehrenamtlichen aus der Region und aus Ludwigsfelde. Komm doch dazu. Wenn Du selbst anderswo ehrenamtlich oder beruflich aktiv bist oder warst, Hinweise und Ideen hast, vernetze Dich mit uns.
- Sammle Erinnerungen und teile sie. Groß- und Urgroßeltern erinnern manches Detail darüber, wo sie als Kinder mit Zwangsarbeit in Kontakt gekommen sind oder was Ihre Eltern später erzählt haben. Sprich mit ihnen und teile ihre Erinnerungen mit uns. Nutze dazu unser Kontaktformular.
- Das Gleiche gilt, wenn Du Überlebende oder Ihre Nachkommen kennst, Kontakt herstellen oder Erinnerungen teilen willst.
- Wähle keine rechtsextremen Parteien.
